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ProLitteris zieht um – ein neues Kapitel an der Bürglistrasse

Die Fürsorge-Stiftung liess die Liegenschaft an der Universitätstrasse Anfang der 2000er-Jahre erstellen. Mit der Fertigstellung im Jahr 2006 mietete ProLitteris den gesamten Büroteil. Die damals grosszügig bemessenen Flächen waren auf ein erhofftes Wachstum des Unternehmens ausgerichtet. Es kam anders, aber wir machten das Beste aus dieser Situation.

Die Architektur des Gebäudes wurde mit der Marke «ProLitteris» verbunden. Davon zeugen Farbwechsel in der Beleuchtung des Lifts, ein Logo über der Eingangstür und der im Boden eingravierte Leitsatz «Damit das Kreative zu seinem Recht kommt».

Nach dem Direktionswechsel im Jahr 2014 kam es anders. ProLitteris reduzierte bald die selbst genutzte Fläche und später noch weitere Male. Heute teilen die Mitarbeiter:innen ihre Arbeitsplätze. Nur wenige arbeiten Vollzeit und sind täglich im Büro.

Damit der Empfangstisch im grosszügigen Foyer nicht unbesetzt blieb, richtete der heutige CEO dort kurzerhand seinen Arbeitsplatz ein. Dort sichtete er die Post und stellte bald fest, dass sie sich digitalisieren liess. Zugleich hatte er freien Blick auf die drei übergrossen Holztafeln mit einer etwas eitlen Selbstdarstellung des Unternehmens aus früheren Zeiten. Auf einen Tippfehler in den Klebbuchstaben wies er Besucherinnen und Besucher gerne hin. Die Tafeln wurden zum stillen Zeichen dafür, dass ProLitteris nicht mehr nach innen blicken, sondern nach aussen handeln will.

Im Sitzungsraum nebenan trafen sich der Verwaltungsrat, die Verwertungsgesellschaften, das Personal und alle Gäste, die im ProLitteris-Haus ein- und ausgingen. Der Eingangsbereich bot den Teilnehmer:innen zahlreicher Fachvorträge, Mitgliedertreffen und Apéros einen Blick nach oben über vier Stocke in den Himmel. Wenn man schon den Raum hat, soll man ihn nutzen.

Es waren besonders schöne Büroräume. Mit der benachbarten Apotheke, der Arztpraxis und allen weiteren Mietern der Liegenschaft lebte ProLitteris in stets guter Nachbarschaft.

Aber die luftigen Büros waren für die heutigen Bedürfnisse von ProLitteris zu gross. Zuletzt nutzte das Unternehmen immer noch rund 600 Quadratmeter Bürofläche und über 200 Quadratmeter Lager- und Archivfläche. Das ist viel weniger als früher, aber immer noch zu viel. Die Untervermietung stiess an räumliche und administrative Grenzen. In jeder Budgetrunde stellte die Geschäftsleitung die Frage nach den Raumkosten. 

Gleichzeitig erwies sich die dauerhafte Vermietung der frei gewordenen Flächen durch die Stiftung als anspruchsvoll. Der CEO und der CFO betreuten die Verwaltung der Liegenschaft im Nebenamt. Die Hauptaufgabe der Geschäftsleitung besteht eigentlich darin, Rechte zu verwalten und die Interessen von nen und Verlagen wahrzunehmen. Digitalisierung, internationale Zusammenarbeit und die Anforderungen zahlreicher Anspruchsgruppen verlangen dafür immer mehr Aufmerksamkeit.

Vor zwei Jahren fiel der Entscheid, einen neuen Standort für ProLitteris zu suchen. Der Verwaltungsrat der Genossenschaft und der Stiftungsrat der Eigentümerin waren sich einig. Die Stiftung sollte nicht zu kurz kommen, also hatte die Neuvermietung Priorität. Jetzt, am 1. Oktober 2026, übernimmt ein Kinderwunschzentrum die schönen Räume von ProLitteris und baut für die eigenen Bedürfnisse um.

Im gleichen Zug musste ProLitteris für seine Bürobedürfnisse auf die Suche. Ein Zufall brachte den Vermieter eines älteren Hauses an der Bürglistrasse in Zürich mit der Geschäftsleitung von ProLitteris zusammen. Der Altbau hat eine angemessene Fläche, bietet flexible Arbeitsplätze und passt zu ProLitteris. Der neue Sitz ist mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erreichbar.

Auch die Rechnung geht auf. Mit der neuen Lösung halbieren sich die Mietkosten. Sie entsprechen noch einem Drittel des Raumaufwandes nach dem Einzug an der Universitätstrasse vor 20 Jahren.

Die Geschäftsleitung, der Verwaltungsrat und die Mitarbeitenden freuen sich darauf, im Herbst 2026 an der Bürglistrasse ein neues Kapitel für ProLitteris aufzuschlagen. Wir werden Wege finden, auch dorthin – mit etwas weniger Platz – Menschen einzuladen, die sich für das Urheberrecht interessieren.

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